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Wichtigste Forderungen der ALEBA in Bezug auf die Beschäftigung

Wichtigste Forderungen der ALEBA in Bezug auf die Beschäftigung

Am 28. Juni findet in Luxemburg eine große gewerkschaftsübergreifende Demonstration statt. Roberto Mendolia und Jean-Jacques Rieff, Präsident bzw. Vizepräsident der Gewerkschaft ALEBA, erläutern die fünf Hauptpunkte, die Anlass für diese Mobilisierung sind. Im Mittelpunkt der Forderungen stehen die Sonntagsöffnung, die Arbeitnehmervertretung, die Rentenreform, die einheitliche Steuerklasse und die Anpassung der Steuergrenzen.

Sonntagsöffnung: eine gesellschaftliche Umwälzung

Die erste Forderung betrifft die Öffnung der Geschäfte am Sonntag. Laut Roberto Mendolia stellt diese Maßnahme ein fest verankertes gesellschaftliches Gleichgewicht in Frage: „Die gesamte Gesellschaft ist auf einen wöchentlichen Ruhetag eingestellt.“ Die Auswirkungen sind im Familienleben spürbar, insbesondere für Grenzgänger, die für nur vier Stunden Arbeit pendeln müssen. Das System schreibt zwei Schichten vor, um einen Tag abzudecken, was die Organisation erschwert.

Jean-Jacques Rieff schlägt eine Lösung vor:Die Sonntagsöffnung sollte nicht einseitig verordnet werden, sondern über Tarifverträge von Unternehmen zu Unternehmen ausgehandelt werden.

Gewerkschaftliche Vertretung: hin zu einer gerechten Beteiligung

Zweiter Punkt: die Vertretung der Arbeitnehmer bei Tarifverhandlungen. Derzeit sind nur die nationalen Gewerkschaften automatisch zu den Verhandlungen zugelassen. Einige von den Arbeitnehmern gewählte Vertreter können jedoch nicht teilnehmen, da sie nicht ausreichend repräsentativ sind.

Roberto Mendolia kritisiert ein verzerrtes System, das demokratisch gewählte Vertreter ausschließt. Er fordert, dass jeder Vertreter, der über gewählte Vertreter im Geltungsbereich eines Tarifvertrags verfügt, im Namen der Achtung der pluralistischen Vertretung an den Verhandlungen teilnehmen kann.

Rentenreform: Weigerung, länger zu arbeiten

Die Rentenreform steht im Mittelpunkt der Demonstration. Laut Jean-Jacques Rieff setzt die Regierung trotz bekundeter Konsultationen eine einfache Maßnahme durch: länger arbeiten. Eine einseitige Entscheidung, die einen Sturm der Entrüstung auslöst. Die Gewerkschaften schlagen mehrere Alternativen zur Finanzierung der Renten vor:

  • Erhöhung des Beitragssatzes von 8 auf 9 % für Arbeitnehmer, Arbeitgeber und den Staat.
  • Die Beitragsobergrenze, die auf das Fünffache des Mindestlohns festgelegt ist, abschaffen, um auch hohe Einkommen einzubeziehen.
  • Besteuerung von Supergewinnen, insbesondere im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz.
  • Stärkung der Säulen 2 und 3 der Altersversorgung (insbesondere der betrieblichen Altersversorgung).

Einheitliche Steuerklasse: für eine gerechtere Besteuerung

Die Frage der einheitlichen Steuerklasse ist ein immer wiederkehrendes Thema. Derzeit werden Steuerzahler der Klasse 1 am stärksten besteuert. Die Gewerkschaften fordern, dass jeder Steuerzahler individuell besteuert wird, was als gerechter angesehen wird.

Jean-Jacques Rieff bedauert die Untätigkeit der Regierung in dieser Angelegenheit, obwohl sie seit mehreren Legislaturperioden versprochen wurde. Roberto Mendolia fordert die rasche Einrichtung von Arbeitsgruppen, um diese Reform voranzutreiben.

Steuerliche Barrieren und Indexierung: Aufholbedarf

Die letzte Forderung betrifft schließlich die Anpassung der Steuerbarrieren. Bei jedem Indexsprung werden die Steuerklassen nicht automatisch angepasst, was zu einer Nettoerhöhung der Besteuerung für alle führt.

Roberto Mendolia weist auf einen Rückstand von fünf bis sechs Indexsprüngen hin. Er fordert, dass die Anpassung der Steuerbarrieren automatisch erfolgt. Obwohl die Regierung Maßnahmen eingeleitet hat, sind diese nach wie vor unzureichend und nicht systematisch.

Wichtige Punkte

  • Verhandlungen vorwegnehmen: Die Sonntagsöffnung muss gemeinsam beschlossen und darf nicht aufgezwungen werden.
  • Vertretung stärken: Alle gewählten Personalvertreter sollten an Tarifverhandlungen teilnehmen.
  • Diversifizieren Sie die Lösungen für die Altersversorgung: Die Anhebung des Renteneintrittsalters darf nicht der einzige Weg sein.
  • Reformieren Sie das Steuersystem: Eine einheitliche Steuerklasse könnte zu mehr Gerechtigkeit führen.
  • Passen Sie die Steuerklassen automatisch an: Um eine versteckte Steuererhöhung zu vermeiden.

Die Demonstration vom 28. Juni spiegelt den klaren Willen der Gewerkschaften wider: den sozialen Dialog wieder in den Mittelpunkt der Entscheidungen zu rücken und konkrete Alternativen zu den auferlegten Veränderungen vorzuschlagen.

Laurent Ollier

Laurent Ollier

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